Christian Großmann, André Kortmann, Burkhard Maaß, Ingpuls GmbH, Bochum

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Wenn man in Bochum Maschinenbau studiert, hört man zwangsläufig etwas über Formgedächtnislegierungen (FGL). Wer Werkstoffe vertieft, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit sogar mit diesen faszinierenden Werkstoffen arbeiten. Bei uns hat es dazu geführt, dass wir ein Unternehmen gegründet haben. Wir haben uns zu Beginn des Studiums kennengelernt, als am Institut für Werkstoffe der Sonderforschungsbereich 459 „Formgedächtnis-technik” in der ersten Phase war. Nach studentischen Arbeiten zur Herstellung und Charakterisierung von FGL waren wir alle als studentische Hilfskräfte tätig: André bei Prof. Theisen am LWT, Christian und Burkhard bei Prof. Eggeler am LWW. Nach dem Studium bekamen wir die Chance, als wissenschaftliche Mitarbeiter am LWW, am LWT und in der Emmy Noether-Gruppe von Prof. Wagner (heute TU Chemnitz) zu arbeiten, und auch hier blieben wir den FGL treu. Promotionen zur schmelzmetallurgischen Herstellung und zur Simulation von FGL, ein Fachlabor zum Processing und Mitarbeit im Industrietransfer des SFB stärkten unsere Begeisterung für diese intelligenten Werkstoffe.
Daher formte sich schon früh die Idee, ein „FGL-Unternehmen” zu gründen. In langen Nächten mit Pizza, Cola und Bier erstellten wir ein Unternehmenskonzept; im Juli 2009 war es so weit: die Ingpuls GmbH wurde gegründet. Mit der Unterstützung unserer Professoren, die es uns ermöglichten, neben der Vollzeitbeschäftigung das Unternehmen aufzubauen, konnten wir schon während der Promotion loslegen. Mit Erfolg: Erste Projekte kamen zustande, und wir wurden mehrfach in Businessplanwettbewerben ausgezeichnet. Während wir zunächst eher „Kopfarbeit” geleistet haben, bei der es um Lösungsprinzipien und Machbarkeitsstudien ging, sind wir heute auf dem Sprung vom Dienstleister zum produzierenden Unternehmen. In Bochum-Werne bauen wir eine komplette Produktionslinie für FGL auf. Vom Schmelzen über Drahtziehen und Walzen setzen wir um, was wir am Institut gelernt haben: Die Zusammenhänge von Mikrostruktur und makroskopischen Eigenschaften in die Produkt- und Werkstoffentwicklung einfließen zu lassen. Gerade bei empfindlichen „Smart Materials” ist es wichtig, die Vorgänge im Material zu verstehen – Know-How, was in unserer Arbeit täglich zum Einsatz kommt. Unsere Kunden kommen aus den unterschiedlichsten Branchen. Vom Garagentüftler bis zum Weltkonzern, von Automotive über Medizintechnik ist alles dabei. Da kommt es vor, dass man an einem Tag durch einen Kuhstall watet, und danach an einer Satellitenkomponente arbeitet. Das ist das Beste an unserem Job: Wir dürfen überall hinter die Kulissen gucken und entwickeln mit unseren Kunden innovative Produkte. Mit dem Institut sind wir weiter eng verbunden: Gemeinsame Veranstaltungen, die Betreuung studentischer Arbeiten oder eine Vorlesung zum Thema FGL führen uns immer wieder zur RUB. Über einen Kooperationsvertrag können wir Anlagen nutzen, die sonst keinem Start-up zur Verfügung stehen. In Bochum Werkstoffe zu studieren, war für uns auf jeden Fall eine gute Entscheidung, die wir uneingeschränkt empfehlen können!
Forschen und Leben am Institut
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