Christoph Escher, Dörrenberg Edelstahl, Engelskirchen Ründeroth

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Obwohl ich meine Kindheit in Georgsmarienhütte in der direkten Umgebung eines Stahlwerks verbracht habe, stand für mich zu diesem Zeitpunkt der Wunsch, in der Stahlindustrie zu arbeiten, noch lange nicht fest. Technische Zusammenhänge dagegen haben mich schon immer interessiert. Es gab wenig, was ich nicht irgendwie auseinandergebaut habe und anschließend dem Versuch unterlag, es wieder funktionsfähig zusammenzubauen. So beschloss ich, 1988 in Bochum mit einem Maschinenbau-studium zu beginnen. Nach erfolgreichem Vordiplom stand 1990 die Wahl des Vertiefungsfachs an. Aus den bisher im Studium gemachten Erfahrungen gefiel mir der Bereich Werkstofftechnik besonders, da mir hier praxisnahes Wissen vermittelt wurde. Ab Herbst 1990 konnte ich darüber hinaus als studentische Hilfskraft am Lehrstuhl Werkstofftechnik Einblicke in die Werkstoffentwicklung und deren praktische Umsetzung erhalten.

Nach bestandenem Diplom 1994 erhielt ich die Möglichkeit, dieses Wissen am Institut für Werkstoffe in Form einer Dissertation weiter auszubauen. Für meine spätere berufliche Laufbahn lernte ich hier das ingenieurmäßige Bearbeiten von Projekten und Untersuchungen, sowie das Zusammenfassen der Ergebnisse in technischen Berichten und deren Präsentation sowohl vor Fachleuten als auch vor Fachfremden. Im Dezember 1999 wechselte ich in die Stahlindustrie. Die Dörrenberg Edelstahl GmbH ist ein mittelständisches Unternehmen, welches sich mit der Herstellung von Werkzeugstahl, der Produktion von Edelstahlformguss und als Dienstleister mit der Wärmebehandlung und Beschichtung von Werkzeugen beschäftigt. Seit 2003 leite ich dort die Zentrale Werkstofftechnik. Mein Aufgabenfeld reicht von der technischen Kundenberatung, Werkstoffuntersuchungen, Forschung und Entwicklung, internen und externen Schulungen, zentralen Qualitätssicherung bis hin zur Produktionsbegleitung im Betrieb. Hier macht sich besonders positiv die Kombination aus technischem Verständnis eines Maschinenbauers und dem zusätzlichen werkstofftechnischen Wissen bemerkbar, so wie ich es in Bochum am Institut für Werkstoffe gelernt habe. Deshalb macht es mir auch großen Spaß, seit 2009 als Lehrbeauftragter an der Ruhr-Universität mein Praxiswissen zum Thema Werkzeugtechnologie (Werkzeugwerkstoffe, Wärmebehandlung, Beschichtung) jungen Studierenden weiterzu-vermitteln.

(Anmerkung der Redaktion: Christoph Escher ist ein hervorragender Rock'n'Roll-Pianist, der auch heute noch bei Bedarf gelegentlich in der Band des Instituts für Werkstoffe aushilft.)
Forschen und Leben am Institut
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