Gotthard Mälzer, Statoil ASA, Stavanger/Norway

gotthard_mae_1.jpg
Die großen technischen Errungenschaften des 19. und 20. Jahrhunderts haben mich schon immer fasziniert. Dies galt gleichermaßen für Bauwerke wie z. B. die elegante, filigrane Brooklyn Bridge als auch für technische Höchstleistungen im Maschinenbau. Deshalb habe ich nach bereits abgeschlossenem Bauingenieurstudium noch den Ergänzungsstudiengang Maschinenbau an der Ruhr-Uni Bochum gewählt. Ein nettes Gespräch mit Prof. Eggeler in einer Vorlesungspause führte zu einer Anstellung am Lehrstuhl Werkstoffwissenschaft, zuerst als studentische Hilfskraft und später als wissenschaftlicher Mitarbeiter. Im Rahmen meiner Doktorarbeit beschäftigte ich mich mit einkristallinen Superlegierungen für Flugturbinen. Ich erkannte, dass es in der Regel der Fortschritt im Bereich der Werkstoffe ist, der technische Meisterleistungen ermöglicht und die Ideen genialer Ingenieure umzusetzen erlaubt. Am Institut für Werkstoffe wusste ich, neben hervorragender technischer Ausstattung, vor allem die angenehme familiäre Atmosphäre zu schätzen. Außerdem boten sich phantastische Möglichkeiten mit längerem Auslandsaufenthalt an der renommierten University of Cambridge und die Teilnahme an internationalen Konferenzen. Direkt nach der Promotion ging ich nach Norwegen, wo ich nun schon einige Jahre bei Statoil für die Werkstofftechnik im Bereich Neu- und Umbau von Ölplattformen, Pipelines und anderen Unterwasserinstallationen zuständig bin. Statoil ist einer der größten Offshore-Akteure und Betreiber zahlreicher Subsea-Installationen für die Öl- und Gasgewinnung, deren technische Herausforderungen gerne mit denen der Raumfahrt verglichen werden. Hierbei kommt dem Werkstoffingenieur aufgrund der extremen Bedingungen eine Schlüsselrolle zu. Die Kombination von Korrosion, Druck, Temperatur und äußeren Lasten stellt hohe Anforderungen an Werkstoffauswahl und Fabrikation, die es mit einem Höchstmaß an Sicherheit zu meistern gilt, insbesondere bei einem andauernden Trend zu immer größeren Meerestiefen und Reservoiren auch unter arktischen Bedingungen. Mit meiner Ausbildung am Institut für Werkstoffe war ich für meinen interessanten und abwechslungsreichen Beruf gut gerüstet und freue mich auf jeden Arbeitstag.
Forschen und Leben am Institut
galups/juo011012/small/Werkstofftechnik (38 von 43).jpg
galups/ixv011012/small/AMP_2198.jpg