Nilofar Nabiran, Zapp Precision Metals, Schwerte

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Nach dem Abitur habe ich mich entschieden Umwelttechnik und Ressourcenmanagement in Bochum zu studieren. Die Ausrichtung eines ingenieurwissenschaftlichen Studiengangs auf den Bereich Umwelt erschien mir bereits damals als zukunftsfähige und interessante Alternative zum Studium des Maschinenbaus. Umwelttechnik und Ressourcenmanagement war bis zu diesem Zeitpunkt ein junger Studiengang, der in dieser Form nur von wenigen Universitäten angeboten wurde. Bereits im Grundstudium wurde ich auf den Fachbereich Werkstoffe durch die Vorlesungen Grundlagen der Werkstoffe und Werkstoffe in der Umwelttechnik aufmerksam, die mit der technischen Anwendung eng verknüpft sind. Das Grundpraktikum half mir, die theoretischen Aspekte aus dem Studium besser zu verstehen und praktisch angewendet zu erleben.

Im Anschluss an das Grundstudium habe ich mich für die Vertiefungsrichtung Nachhaltige Prozess- und Umwelttechnik entschieden, da ich mich so Richtung Maschinenbau innerhalb des UTRM-Studiengangs entwickeln konnte. In unterschiedlichen Vorlesungen stellte ich fest, welche zentrale Rolle Werkstoffe in den einzelnen Anwendungsbereichen spielen. Die Einsatzgrenzen der einzelnen Bauteile werden stark von den Eigenschaften der Werkstoffe bestimmt. Aus dieser Erkenntnis, entwickelte sich bei mir ein großes Interesse am Fachbereich Werkstoffe. Daher bewarb ich mich am Lehrstuhl Werkstofftechnik als studentische Hilfskraft, um mich näher mit dieser Fragstellung beschäftigen zu können. Während dieser Zeit lernte ich eine neue Welt der Werkstoffe kennen. Vom Schleifen und Polieren in der Metallographie, über Wärmebehandlung und Mikroskopie bis hin zum Rundhämmern durfte ich viele praktische Prozesse anwenden. Dadurch konnte ich mein theoretisches Wissen aus den Vorlesungen praktisch umsetzen. Neben diesen praktisch orientierten Tätigkeiten lag der Fokus in meinen studentischen Arbeiten auf der wissenschaftlichen Ausarbeitung der einzelnen Themen. Nach meinem Studium ergab sich die Möglichkeit einer Promotion, die ich gerne angenommen habe. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl Werkstofftechnik beschäftigte ich mich mit der Entwicklung hitzebeständiger ferritischer Stähle für Anwendungstemperaturen um 900°C. Im Rahmen dieser Arbeit gelang es uns in Zusammenarbeit mit industriellen Projektpartnern und weiteren Forschungseinrichtungen, zwei ferritische Stähle mit erhöhter Hochtemperaturfestigkeit zu entwickeln. Darüber hinaus hatte ich die Gelegenheit, an mehreren internationalen Konferenzen teilzunehmen und mich mit Wissenschaftlern aus aller Welt auszutauschen. Seit Januar 2014 arbeite ich bei der Firma Zapp Precision Metals in Schwerte. Zapp Precision Metals hat sich auf die Kaltumformung von Präzisionshalbzeugen spezialisiert, mit dem Schwerpunkt rostfreier Stähle sowie Speziallegierungen im Bereich der Medizintechnik und Automotive. In meiner Funktion als Trainee in der Abteilung Quality Control bin ich unter anderem für die Prüfung von Kundenspezifikationen und technischen Fragestellungen zuständig. Darüber hinaus arbeite ich eng mit der Abteilung Forschung und Entwicklung an der Optimierung Werkstoffen und Prozessabläufen zusammen. Besonders die Vielfältigkeit und die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Abteilungen machen mir Spaß und haben mir die Umstellung von der Hochschule zur Industrie vereinfacht.
Forschen und Leben am Institut
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