Sven Hamann, Foseco/Vesuvius GmbH, Borken

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Mein Name ist Dr. Sven Hamann und ich bin Abteilungsleiter F&E/Labore bei der Foseco/Vesuvius GmbH in Borken. Foseco ist einer der globalen Marktführer für Feuerfestprodukte wie Speiser- und Filtersysteme, welche in Gießereien eingesetzt werden und Borken ist der weltweit größte Produktionsstandort. Ich bin in meiner Position verantwortlich für die Weiterentwicklung und Fertigungsunterstützung von unseren Produkten und führe dazu vier Teams mit insgesamt 23 Mitarbeitern. Weiterhin bin ich verantwortlich für 8 Labore, eine Versuchshalle und eine Gießerei mit zwei Öfen zum Schmelzen von Eisen und Stählen. Mein Arbeitsalltag besteht hauptsächlich aus dem Führen meiner Mitarbeiter, dem Entscheiden von Rohstofffragen und der Vorgehensweise bei Problemlösungen. Neben Arbeitssicherheit und Personalbelangen bin ich auch für das Projektmanagement und die innovative Weiterentwicklung unserer Technologie zuständig.

Bis ich diese Position bekleiden durfte, musste ich jedoch einen langen, aber sehr interessanten Weg im Rahmen meiner ingenieurswissenschaftlichen Ausbildung gehen. Die Entscheidung, Maschinenbau zu studieren, war dabei eher eine logische Entscheidung, als eine Entscheidung der persönlichen Präferenzen. Maschinenbau hörte sich interessant an, erlaubte aber bei Nicht-Gefallen, bedingt durch die breite naturwissenschaftliche Grundlage, welche in diesem Studium vermittelt wird, einen problemlosen Wechsel in andere Studiengänge.

Im WS 2000 begann ich mein Maschinenbaustudium an der Universität Essen und gehörte zum letzten Jahrgang, der vor der Fusionierung mit der Universität Duisburg dort studieren durfte. Nachdem ich die ersten drei Monate „verschlafen” hatte und irgendwann feststellte, dass ein Maschinenbaustudium doch einiges an Aufwand benötigt, musste ich mich ordentlich auf den Hosenboden setzen, um den Anschluss nicht zu verlieren. Nach vier Semestern bestand ich dann auch als Jahrgangsbester mein Vordiplom und erhielt auf Grund dieser Leistung ein Stipendium.

Anschließend machte ich meine erste Studienarbeit am Lehrstuhl für Strömungsmechanik bei Prof. Dr. Franz Peters. Diese Arbeit erlaubte mir zum ersten Mal einen Einblick in die Welt der naturwissenschaftlichen Forschung. Nach dieser Arbeit habe ich im Rahmen eines Sokrates-Erasmus Stipendiums ein Auslandssemester in Valencia/Spanien absolviert. Danach stellte sich die Frage, in welchem Bereich ich mein Maschinenbaustudium vertiefen möchte. Da ich von Natur aus schon immer sehr neugierig war, wollte ich mein Wissen in einem höchst-innovativen Bereich vertiefen und habe mich dann für die Vertiefungsrichtung Micro-Engineering entschieden.

In meinem Hauptstudium habe ich als HiWi gearbeitet und einen kleinen Teil des Waste-Galley-Systems im Airbus 380 programmiert. Meine Diplomarbeit habe ich im Jahre 2006 am Forschungszentrum caesar in Bonn, in der Arbeitsgruppe Combinatorial Materials Science bei Prof. A. Ludwig geschrieben. Kurz vor dem Ende meiner Diplomarbeit wurde ich dann von Prof. Ludwig gefragt, ob ich mir nicht vorstellen könnte, eine Promotion im Bereich der Materialwissenschaften zu machen. Da ich im Laufe meines Studiums immer wieder auf Themen getroffen bin, die mir nicht so wirklich gefallen haben, ich aber den Wert dieser Bereiche wie Strömungsmechanik, Technisches Zeichnen, Programmieren und Werkstoffe erkannte, habe ich immer versucht, diese Schwächen durch Arbeiten im jeweiligen Bereich zu verbessern. Somit habe ich mich dann auch entschieden, dieses Angebot einer Promotion anzunehmen. Thema meiner Promotion war die Entwicklung neuer verbesserter Fe-Pd-basierter ferromagnetischer Formgedächtnis-legierungen.

Während meiner Promotion war ich zuerst am Forschungszentrum caesar und anschließend in Bochum an der Ruhr-Universität beschäftigt. Ich habe in dieser Zeit den Lehrstuhl Werkstoffe der Mikrotechnik mit aufgebaut und in dieser Zeit viele Studenten betreut, Vorlesungen gehalten, Publikationen und Patente veröffentlicht sowie Geräte beschafft und betreut. Auch habe ich in dieser Zeit sehr viel gelernt und mich persönlich weiterentwickelt. Insbesondere mein Bestreben, in die unterschiedlichsten material- und mikro-/nanotechnologischen Bereiche hineinzuschauen, hat mir einen sehr großen Wissenshorizont beschert und maßgeblich zu meiner heutigen Expertise beigetragen.
Forschen und Leben am Institut
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